Kulturhalle als “Kraftwerk”

Zum Areal der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen gehört eine ehemalige Fabrikhalle, die im Gegensatz zu den übrigen Gebäuden nicht unter Denkmalschutz steht. Genutzt wird sie vorwiegend als multifunktionale Bürgerhalle. Diese Halle soll so umgestaltet werden, dass sie das Projekt “Kraftwerk Künstlerdorf” veranschaulicht: Regenerative Energien sollen zum Einsatz kommen, geplant ist der Einbau einer Holzhackschnitzel-Heizung zur Versorgung des Künstlerdorfes und des Neuen Rathauses der Gemeinde Schöppingen.
Eine sichtbare Umgestaltung zum „Kraftwerk“ wird durch eine innovative architektonische Gebäudehülle angestrebt, die ebenfalls Energie (Strom) erzeugt, z.B. Solarmodule etc.
Der Innenraum soll dabei weiterhin multifunktional für Bürgerverantaltungen, Konzert, Theater, Ausstellung etc. nutzbar sein.
Da das Gebäude nicht unter Denkmalschutz steht, sind hier innovative Lösungen insbesondere bei der Gestaltung der Gebäudehülle gefragt. Zur Ideenfindung wurde über die “Ideenmaschine” des Künstlerdorfes ein Aufruf an alle dort registrierten Künstler verschickt. Zehn der eingereichten Ideen wurden vom Beirat des Projektes ausgewählt und drei Architekturbüros eingeladen, um sie weiterzuentwickeln. Einige Projektideen seien im folgenden (in willkürlicher Reihenfolge) kurz vorgestellt:

1.  Thomas Bratzke: Thermochromatisches Graffiti

Um ein Bewusstsein für die klimatischen Verhältnisse und ihre Veränderung hervorzurufen, können Graffitis eingesetzt werden, die nur bei bestimmten Temperaturen sichtbar werden.

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2. Hannelie Coetzee “Wind in Hair”

Besetzung der Halle mit Masten, die durch ihre Bewegung im Wind Energie erzeugen und in der organischen Form einer Ratte angeordnet werden. Die Ratte gilt hier als Symbol einer besonders anpassungsfähigen Spezies.

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3. Susana Pilar Delahante Matienzo: Glühwürmchen-Farm

Nutzung der Bioluminiszenz von Glühwürmchen zur nächtlichen Beleuchtung des Areals.

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4. Annalisa Furnari: Black Box

Der Quader der Halle wird betont durch eine durchgängige Verkleidung mit schwarzen Solarpanelen. Das Dach erhält eine Schräge, die die Solarpanele effizienter macht und das Gebäude wie eine geöffnete Kiste wirken lässt. Die rote LED-Beleuchtung betont die “Ausstrahlung” des experimentellen Gesamtprojektes.

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5. 431art (Haike Rausch/Torsten Grosch): Gebetsmühlen

In die Fassade integriert werden 6 “Gebetsmühlen”, die die Energieformen Sonne, Erde (Biomasse), Wind, Wasser, Holz und Universum visualisieren und farbig lackiert mit Zitaten und Symbolen versehen sind.

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6. 431art (Haike Rausch/Torsten Grosch): Piezo-Sports

Auf dem Dach der Halle werden mit piezoelektrischen Wänden und Böden ausgestattete Suash-Courts installiert, die durch die sportlichen Aktivitäten Strom erzeugen.

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7. Thomas Scherzer: Vertikalwindräder

Fassadengestaltung mittels eigens für das Projekt entworfener Vertikalwindräder.

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7. David Smithson: Solar-Fachwerk

Orientiert an der traditionellen Fachwerktechnik entsteht eine Konstruktion, bei der die “Gefache” und das Dach mit Solarelementen bestückt sind.

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8. Želimir Zrnić, Jadranko Barišić und Franziska Wicke: Fünf Elemente

Der Entwurf sieht eine Kombination verschiedener regenerativer Energieformen vor: Solar (Pergola), Hackschnitzel (hinterer Gebäudeteil), Eisheizung (Boden) sind die wesentlichen Energie erzeugenden Elemente. Alle werden sichtbar und neuartig gestaltet in das Bauwerk ingetriert und werten es so auch optisch auf.

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9. Ewa Zygalska: Pneuskin

Der Entwurf sieht eine Kombination aus Wind- und Solarenergie mit einer sich selbst regulierenden aufblasbaren Außenhaut vor, die den Außentemperaturen entsprechend mehr oder weniger wärmedämmend wirkt.

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